Cabaret Voltaire – Der Freudensweg zum fertigen Film

Es war einmal Oktober 2015. Der Kurzfilm Cabaret Voltaire ist endlich fertig, das Team hatte eine wundervolle Premiere im Mal Seh’n Kino in Frankfurt.

 

Alle haben ihr Bestes gegeben bis zu dieser Stelle und genau darum wird es nun im Folgenden gehen.

Was ist seit dem Dreh und der erfolgreichen Startnext-Crowdfunding-Kampagne passiert? Ich versuche mich kurz zu halten und abschließend zu meinem ersten irgendwie-Monsterprojekt eine schöne und bebilderte Zusammenfassung abzuliefern.

Alles in einem kann ich aber sagen, dass der wichtigste Aspekt am Filmemachen für mich, auch gerade bei diesem Film, die unglaubliche Hingabe und Kreativität meines Teams war. So viele Menschen, die auf ein Kunstwerk hinarbeiten und sich organisieren. Das finde ich so schön. Ich bin echt stolz auf das was wir geleistet haben und gelohnt hat es sich allemal, allein schon für die Skills.Postcard -Cabaret Voltaire

  1. Startnext

http://startnext.com/cabaret-voltaire-film

Am Anfang war alles ein wenig holprig. Die Hoffnung schwand dahin. Crowdfunder gibt es leider zu viele, mein Funding-Ziel zu hoch, Startnext schon zu inflationär geworden, sagte man mir. Doch dann hat es auf einmal doch geklappt, dank vieler Freunde von mir, aber auch vieler unbekannten Menschen, wie ich mit Entzücken feststellte.

Wenn dir ein fremder Mensch einen Betrag spendet, nur weil ihm deine Kunst, dein Werk gefällt, dann ist das das größte und schönste Gefühl von Anerkennung, das man als Künstler fühlen kann.

Danke an dieser Stelle noch einmal an alle, die mich unterstützt haben und auch hier soll auch Johannes Wagner aus Cuxhaven noch einmal gesondert genannt werden, denn der gute Mann hat dem Cabaret Voltaire einfach mal 500 Euro auf einen Streich gespendet. Ich hoffe doch es war kein unglücklicher Tippfehler, Johnny? 🙂

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Und an dieser Stelle auch ein weiteres großes Danke an die Designerin des Cabaret Voltaire – Daniela Maisenbacher (ihr werdet ihren Namen noch des öfteren lesen), die mit ihrem künstlerischen Geschick Flyer und Poster designte, die geholfen haben die Aktion zu pushen.

Nicht nur das! Daniela hat auch die offizielle Postkarte des Films erschaffen, die auch schon alle Supporter des Films erreicht hat.

Postcard -Cabaret Voltaire postkarteback

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Genauso wie die Tragetaschen, die bestimmt schon ein paar Besorgungen, Einkäufe und sonstwas transportiert haben.

 

2. Schnitt und Color Grading

Der Schnitt war wirklich die bislang schwerste Arbeit für mich in meinem filmischen Lebenslauf und viele Gefühle, wie Verzweiflung, Wut und Unsicherheit durchzogen den Prozess des Schnitts.

Die größte Schwierigkeit bei der Arbeit war das Ausmisten der Szenen. Das Motto: „Kill your Darlings“ trifft leider wirklich zu, wenn man seinen eigenen Film schneidet. Viele Szenen sind rausgeflogen und mit Hilfe meiner Schnittassistenz Lara Mack und der Ratschläge von Petr Eremin war die 31.ste Version des Schnitts dann die richtige.

Finaler Schnitt

Gleichzeitig betätigte sich Daniela Maisenbacher mit dem Color Grading und der Schrift-Animation des Vor-und Nachspanns. Hier ein anschauliches Bild, was man mit Color Grading noch aus dem schon starken Material rausholen kann.

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3. Sounddesign

Philipp Grzemba ist das experimentelle und einzigartige Sounddesign zu verdanken. Philipp zielte dabei auf eine ungewöhnliche Weise des Sounddesigns ab, bei dem die Geräuschkulisse nicht aus der Filmwelt selbst stammt, sondern aus einer anderen, über allem stehenden Scheinwelt kommt. Die Sounds sollen die dadaistische Wirkung der Filmbilder unterstützen und die Atmosphäre des Cabarets untermalen. Hier Philipps Anschauungsvideo. Er schloss mit dem Cabaret Voltaire seinen Bachelor mit seeehr guter Note ab.

 

4. Musikdesign

Marco Doll hat trotz der Entfernung zwischen uns sofort genau gewusst, was ich mir an Musik für das Cabaret vorstellte. Seine Tracks sind von hohem künstlerischen und musikalischem Wert und passen perfekt in das bunte Treiben. Jeder der artistischen Hauptfiguren hat sein eigenes Theme. Marco ist der nächste Danny Elfman der Filmmusik.

 

Zusätzlich gewährte mir die norwegische Zirkus-Rock-Band Major Parkinson einen oder mehrere Songs frei und unentgeltlich zu benutzen. Den Song Euthanasia Rollercoaster fanden Philipp und ich schließlich sehr passend und somit schmückt dieser nun unseren Ab-und Vorspann.

„They know they are going to die“

 

Und noch ein feines Bonbon am Rande. Mein guter Freund Alexis alias Jetzt-Berliner Hip Hop Musiker Master Al schenkte dem Cabaret Voltaire einen eigenen Song. Ich liebe ihn und ihr solltet das auch! 🙂

 

5. Stop-Motion-Vorspann

Meine zweite große Leidenschaft neben der Regie ist die Stop-Motion-Animation. Wie ich bereits in einem früheren Blogbeitrag erwähnte ist sie mein Weg zum Filmemachen gewesen. Daher kam es mir von Anfang an in den Sinn, einen Stop Motion Vorspann für meinen Kurzfilm zu machen. Die Figuren des Cabarets boten sich dafür besonders gut an und auf das Ergebnis bin ich sehr stolz, denn Stop Motion ist etwas, was ich ganz gut kann, dank dem frühen Tim Burton-Einfluss in meinem Leben.

 

6. Poster-Design

Der Künstler Sam Wall aus Cardiff (Wales) hat das offizielle Poster für das Cabaret Voltaire entwickelt. Ich liebe es und unser Schauspieler Aetschy sollte das auch, denn er hat ihn richtig gut getroffen:

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Sam’s Statement zum Design:

„I don’t know why I drew aetschy like that, i like to repeat things to an extreme (in this case, eyes!), i do it with most of my drawings. There is something powerful about it!“

 

7. Making-of

Vanessa Dahl machte sich die Mühe und schnitt liebevoll 4 kleine Making-Of Clips rund um die Arbeit am Set für uns und euch zusammen. Danke Best Girl Vanessa!

 

8. Die DVD-Produktion/ Special Edition

Ich habe während der Postproduktion einiges gelernt. Sogar Dinge, die ich nicht erwartet habe zu lernen.
Die Konzipierung und Herstellung einer Special Edition DVD Box aus MDF-Platten zusammen mit der sehr ambitionierten, wie genialen Schreinerei Luther unter der Leitung von Mathias Knuhr und mit Hilfe von Freund und Schauspieler Mathias Bros ist ebenfalls abgeschlossen und hat alle Supporter erreicht.

 

PS. Ja, man kann noch welche kaufen 😉 Schreib mich einfach an, yo!

Neben diesem Prozess hat Jan Czmok, das Management, dafür gesorgt, dass alles Bildmaterial fleißig auf kleine Runde Scheiben gepresst und in schöne quadratische Plastikhüllen gesteckt wurde. Das Cabaret Voltaire und dessen Supporter erhielten ihre wohlverdiente DVD und ich war froh über das Ende einer doch sehr anstrengenden Crowdfunding-Phase.

 

9. Zweitpremiere im Filmtheater Valentin

Ich liebe es, wenn sich Kreise schließen, wenn man das Gefühl hat, dass es Schicksal und Karma doch gibt. Daher war ich sehr froh darüber, als ich die Zusage bekam, dass mein Filmchen in Frankfurt Höchst im Filmtheater Valentin laufen würde. Dieses schöne feine Kino war das erste Kino, in dem sich die kleine Jenny ihren ersten Film ansah: König der Löwen – The Circle of Life. Ein wunderbarer Lebenskreis, der sich da schloss, nicht wahr?

 

10. Was kommt Jetzt?

Was die Pläne für das Cabaret Voltaire betrifft: Der Kurzfilm wurde schon zu über 40 Festivals überall in der Welt angemeldet und wo ich soeben diesen Beitrag fertig schrieb sah ich das ENDLICH, dass das erste Festival angebissen hat. Ohne scheiß, Leute, ich schreib das hier gerade in voller Aufregung, daher komme ich jetzt schnell zum Schlusswort und sage einfach mal:

Stay Tuned und danke nochmal allen, die das möglich gemacht haben ❤

 

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